Lebertransplantation

Im USZ werden seit 1986 Leber-TPL durchgeführt. Bis Ende 2014 konnten bereits über 600 Lebern transplantiert werden. Die Transplantate können sowohl von einem lebenden als auch von verstorbenen Organspendern zur Verfügung gestellt werden.

Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie
UniversitätsSpital Zürich
Tel. +41 44 255 85 47
Fax +41 44 255 45 98
www.gastroenterologie.usz.ch

Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
UniversitätsSpital Zürich
Tel. +41 44 255 23 22
Fax +41 44 255 44 49
www.vis.usz.ch

Indikation und Kontraindikation

Leberzirrhose aufgrund

  • Akutes Leberversagen, z.B. nach akuter Hepatitis A oder B Infektion
  • Stoffwechselerkrankung, z.B. familiäre Amyloidose, primäre Hyperoxalurie
  • Hepatitis B oder C, alkoholische Leberzirrhose,

und alle anderen Formen einer Leberzirrhose, sobald die Leberfunktion eingeschränkt ist (Child-Pugh Stadium B/C) und die Lebensqualität durch die Leberzirrhose stark eingeschränkt ist, z.B. starker, medikamentös nicht behandelbar Pruritus oder wenn sich ein kleiner Leberkrebs entwickelt hat.

Folgende Begleiterkrankungen oder Komplikationen gelten allgemein als Kontraindikation:

  • zu weit fortgeschrittenes Tumorleiden
  • fortgesetzter Alkoholkonsum
  • schwere Herz- oder Lungenkrankheit.
Abklärungen

Falls eine Lebertransplantation grundsätzlich in Frage kommt, braucht es vor der Aufnahme auf die Warteliste eine ausführliche Abklärung während 4-5 Tagen bei uns im Spital, um die Nutzen und Risiken einer Lebertransplantation genau einschätzen zu können.

Folgende Untersuchungen müssen mindestens durchgeführt werden:

  • Blut- und Urinuntersuchungen,
  • EKG und evtl. weiterführende Herzuntersuchungen
  • Computertomographie des Abdomens
  • psychologische Beurteilung

 

Daneben finden Gespräche mit allen an der Transplantation beteiligten Personen wie Transplantationschirurgen, Hepatologen, Anästhesisten, Intensivmediziner, Psychologen/Psychiatern und Transplantationskoordinatoren statt.

Während eines anschliessenden Kolloquiums wird anhand der Untersuchungsergebnisse beurteilt, ob der Patient für eine Lebertransplantation in Frage kommt und auf die Warteliste aufgenommen werden kann.

Warteliste

Die formale Aufnahme auf die nationale Lebertransplantationswarteliste erfolgt im Anschluss an das interdisziplinäre Kolloquium. Der Zeitpunkt der Transplantation kann nicht vorausgesagt werden, die Wartezeit kann je nach Blutgruppe des Empfängers variieren. Die Spenderorgane können von lebenden oder verstorbenen Organspendern zur Verfügung gestellt werden.

Nachdem ein Patient auf die Warteliste aufgenommen wurde, muss er jederzeit damit rechnen, zur Transplantation ins Spital aufgeboten zu werden. Aus diesem Grunde müssen die Leberempfänger während der Wartezeit jederzeit erreichbar sein.

Chancen und Risiken?
  • Die Lebertransplantation bietet viel Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung die einzige Chance auf Heilung. Von den in unserem Zentrum transplantierten Patienten leben nach 5 Jahren noch über 90%. Somit sind die Überlebenschancen nach einer Transplantation viel besser als ohne.
  • Aber nicht nur die Überlebenschancen sind besser, sondern auch die Lebensqualität verbessert sich nach einer Transplantation oft dramatisch.
  • Die Lebertransplantation ist allerdings eine grosse und komplexe Operation, so dass auch ein kleines Risiko (5-10%) besteht, dass man an der Transplantation versterben kann.
Was passiert bei einer Transplantation?

Vor der Operation

Steht ein passendes Spenderorgan zur Verfügung wird durch die Transplantationskoordination Kontakt mit dem Empfänger aufgenommen und er wird so schnell wie möglich zum UniversitätsSpital Zürich gebracht. Bei der Aufnahme werden einige Untersuchungen wie Bluttests, EKG und Röntgen-Thorax wiederholt. Es erfolgt eine abschliessende Beurteilung durch den Chirurg und den Narkosearzt.

Während der Operation

Es wird ein Hautschnitt unterhalb des rechten und linken Rippenbogens gemacht, der in seltenen Fällen nach oben zum Brustbein verlängert wird. In einer etwa 6-stündigen Operation wird Ihre erkrankte Leber entfernt und die neue Leber eingesetzt. Die entsprechenden Gefässe der Leber werden an die Blutgefässe angeschlossen. Der Gallengang der neuen Leber wird direkt mit dem Gallengang oder mit dem Dünndarm des Empfängers verbunden. Nach der Operation wird der Patient auf die Intensivstation gebracht. Entsprechend des Erholungsgrades wird der Empfänger baldmöglichst auf die Abteilung des Transplantationszentrums verlegt.

Auf der Abteilung erfolgt dann eine genaue Instruktion wie die Medikamente, die eine Abstossung verhindern (Immunosuppressiva), eingenommen werden müssen. Nach dem stationären Aufenthalt am USZ erfolgt in der Regel ein Erholungsaufenthalt in einer Rehabilitationsklinik.

Nach der Entlassung wir der Patient regelmässig in unserer Transplantationssprechstunde aufgeboten.

Muss ich Medikamente einnehmen?

Nach der Transplantation müssen die Empfänger lebenslang Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken und so eine Abstossung der neuen Leber verhindern. Diese Medikamente heissen Immunsuppressiva. Direkt nach der Transplantation erhalten die Patienten zunächst eine relativ starke Immunsuppression, die im Laufe der Zeit erheblich reduziert werden kann. Die Medikamentenspiegel im Blut werden regelmässig überprüft, so dass jeder Patient die für ihn optimale Dosis erhält.

Wie wird der Empfänger nachbetreut?

In den ersten Wochen nach der Entlassung erfolgen wöchentlich Nachkontrollen in unserer Transplantationssprechstunde. Hier kontrollieren wir den klinischen Verlauf, Laborparameter und die Immunsuppression.

Mit der Zeit kann bei stabiler Leberfunktion und Immunsuppression das Intervall zwischen den ambulanten Terminen verlängert werden, evtl. kann der Hausarzt dann die Kontrollen übernehmen und unsere Spezialisten sehen den Patienten nur noch 1-2 mal pro Jahr.

Selbstverständlich stehen wir den Empfängern bei Fragen oder Problemen weiterhin jederzeit zur Verfügung.

Das Leben nach der Transplantation?

Nach der Transplantation gibt es nur sehr wenige Einschränkungen, ausser der, dass regelmässig Medikamente eingenommen werden müssen, um eine Abstossung zu verhindern. Ausserdem dürfen Patienten, bei denen ein übermässiger Alkoholkonsum zur Leberzirrhose führte auch nach der Transplantation keinen Alkohol mehr trinken. Empfänger, die aus anderen Gründen eine Lebertransplantation erhalten haben, dürfen nur gelegentlich Alkohol trinken. In den ersten drei Monaten bis die Wundheilung komplett abgeschlossen ist, sollte die Bauchmuskulatur nicht zu stark belastet werden. Körperliche Bewegung wie Wandern und Radfahren sind jedoch kein Problem. Ein Wiedereinstieg ins Berufsleben ist nicht nur möglich sondern erwünscht. Je nach der körperlichen Belastung kann in der Regel innerhalb von 3- 6 Monaten die Arbeit wieder aufgenommen.

Wie sind die Resultate?

In unserem Zentrum leben nach 5 Jahren noch über 90% der transplantierten Patienten.

Aber nicht nur die Überlebenschancen sind besser, sondern auch die Lebensqualität verbessert sich nach einer Transplantation oft dramatisch.